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✓✓✓ Klavierhocker, Klavierbänke und Zubehör im Vergleich

Die richtige Haltung: So sitzen Sie richtig am Klavier

Beginnen Sie mit dem Klavierspiel, haben Sie vieles zu lernen. Nicht nur, welche Noten hinter den einzelnen Tasten stecken, sondern auch, wie Sie richtig am Klavier sitzen. Denn eine schlechte Sitzposition wird Sie nicht allein mit Rückenschmerzen und Verkrampfungen strafen. Sie wird Ihnen auch das Spielen erschweren. Kurzum: Die falsche Haltung blockiert Sie. Wie Sie richtig am Klavier sitzen und weshalb ein Klavierhocker oder eine Klavierbank Sie bei Ihrem Vorhaben unterstützt, erklärt dieser Beitrag.

Die Position am Klavier

Die ideale Position für Ihren Klavierhocker ist immer mittig. Besitzt Ihr Instrument noch ein Schlüsselloch oder hat einen Schriftzug, können Sie sich an diesen orientieren. Beide Verzierungen sind in der Mitte angebracht. Alternativ ist die Mitte des Instruments am eingestrichenen C. Nutzen Sie als Sitzgelegenheit eine Klavierbank, haben Sie natürlich ein wenig mehr Spielraum, sollten aber dennoch auf eine mittige Platzierung achten. So wirkt die Klavierbank vor dem Klavier harmonischer.

Klavierhocker und Klavierbänke richtig ausrichten

Bevor Sie den Klavierhocker oder Ihre Klavierbank zum ersten Mal nutzen, stellen Sie die richtige Höhe ein. Nutzen Sie das Klavier gemeinsam mit Ihrer Familie, sollten Sie trotzdem nie darauf verzichten, die Höhe wieder auf Ihre Person einzustellen. Merken Sie sich einfach: Stimmt bereits die Höhe nicht, können Sie keine korrekte – und gesund erhaltende – Haltung einnehmen und blockieren Ihr Klavierspiel. Welche Höhe für Sie geeignet ist, ermitteln Sie mit den folgenden Schritten:

  • Platzieren Sie den Klavierhocker am Klavier und setzen Sie sich hin.
  • Legen Sie den Daumen auf eine Taste und begutachten Sie die Haltung Ihres Unterarms. Daumen und Unterarm sollten eine leicht aufsteigende Linie bilden, ohne dass Sie das Handgelenk abwinkeln müssen.
  • Ihr Ellenbogen befindet sich wenige Zentimeter über Ihrem Handgelenk.

Damit Sie keinesfalls verkrampfen, stellen Sie die Klavierbank oder den Klavierhocker so dicht an die Klaviatur, dass Sie mit einem geraden Rücken sitzen und sich nicht verrenken müssen, um an die seitlichen Tasten zu gelangen. Ihre Oberarme erreichen die Tasten locker, ohne gestreckt werden zu müssen.

Zu Beginn, oder wenn Sie nur selten spielen, werden Sie die Wichtigkeit der korrekten Sitzhaltung vermutlich nicht erkennen. Üben Sie jedoch häufiger oder spielen längere Sitzungen, stellen Sie die Unterschiede zwischen einer guten und gesunden und einer ungeeigneten Haltung fest. Ihre Schultern verkrampfen, Sie haben Schwierigkeiten, die Tasten leicht zu erreichen und der Rücken zwickt. Dies ist oftmals der Punkt, an dem viele Menschen mit dem Klavierspiel aufhören. Umgehen Sie das Problem einfach und achten Sie darauf, sich von der ersten Stunde an eine richtige Haltung anzugewöhnen.

Tipp: An die richtige Sitzhaltung zu denken, mag für einen Hobbyspieler irrelevant erscheinen und umständlich wirken. Immerhin müssen Sie vor jeder Klavierstunde die Klavierbank oder den Klavierhocker neu ausrichten. Bedenken Sie aber: Gewöhnen Sie sich zuerst eine falsche Haltung an, ist die Umgewöhnung auf den korrekten Sitz ungemein schwieriger. Fehler, die sich erst mal eingeschlichen haben, lassen sich nur schwer wieder verlernen.

Die Sitzhöhe des Klavierhockers

Die Höhe der Sitzfläche stellen Sie so ein, dass Sie Ihre Füße leicht abwinkeln und kurz vor den Pedalen abstellen können. Dabei sollten Sie niemals die Oberschenkel hochziehen müssen:

  • Oberschenkel – waagerecht in einer lockeren Haltung
  • Unterschenkel – beinahe senkrecht zum Boden
  • Füße – etwas angewinkelt, damit Sie die Pedale gut erreichen.

Tipp: Sie bedienen die Pedale mit der Fußspitze. Achten Sie darauf, dass Sie die Mechanik erreichen, ohne die Ferse vom Boden anzuheben. Ein schwebender Fuß führt automatisch zu Verkrampfungen. Um ein gutes Gefühl für die Position Ihrer Füße zu erhalten, können Sie die Haltung im Auto erreichen. Gas, Bremse und Kupplung treten Sie nie mit einem schwebenden Fuß, sondern halten die Ferse stets auf dem Boden.

Stimmen die Höhe und die Position der Klavierbank oder des Klavierhockers, ähnelt Ihre Sitzhaltung derer, die Sie eigentlich am Arbeitsplatz auf Ihrem Schreibtischstuhl einnehmen sollten. Ihr Rücken ist gestreckt, ohne ein Hohlkreuz zu bilden, Ihre Schultern, die Ellenbogen und die Handgelenke sind locker.

Die Fingerhaltung – kein Sitz, aber dennoch wichtig

Die Fingerhaltung am Klavier gehört nur indirekt zur korrekten Sitzhaltung auf der Klavierbank oder dem Klavierhocker, dennoch kann eine fehlerhafte Fingerstellung zu Verspannungen und zum verkrampften Spiel führen. Wie Sie Ihre Finger halten sollen, hängt oftmals von den Ansichten Ihres Klavierlehrers ab – hier streiten sich nicht selten die Geister. Anerkannt sind zwei verschiedene Möglichkeiten:

  • Hohle Hand – Ihre Finger sind nicht ausgestreckt, gleichfalls ist Ihre Handfläche leicht gewölbt. Sie können sich die Haltung so vorstellen, als würden Sie einen Tennisball unter der Handfläche halten und die Finger auf die Tasten legen. Sie bedienen die Tasten bei dieser Variante mit den Fingerkuppen, weshalb Sie die Methode vermutlich nur wählen, wenn Sie kurze Fingernägel besitzen. Der Tastenanschlag erfolgt mit gekrümmten Fingern von oben.
  • Gestreckte Hand – Bei dieser Fingerhaltung strecken Sie die Finger beinahe vollständig aus. Damit sich Ihre Sitzhaltung nicht verändert, müssen Sie den Klavierhocker oder die Klavierbank ein wenig niedriger einstellen. Sie bedienen die Tasten stets mit gestreckten Fingern, können also auch Klavier spielen, wenn Sie Ihre langen Fingernägel bewahren wollen. Die Fingerposition ist zu Beginn allerdings recht anstrengend, da sich durch die gestreckten Finger eine Hebelwirkung ergibt, die mehr Kraft beim Drücken der Tasten erfordert.

Welche Handhaltung Sie bevorzugen, können wir an dieser Stelle natürlich nicht sagen – ebenso möchten wir Ihnen nicht von einer Variante abraten. Nicht selten werden Sie beide Methoden miteinander kombinieren und sich eine Fingerhaltung angewöhnen, die für Sie komfortabel ist. Das ist kein Problem, sofern Sie stets an folgende Regeln denken:

  • Handrücken und Unterarm bilden eine Linie
  • Ellenbogen ist etwas höher
  • Finger, Handgelenk und Schultern sind locker
  • Handgelenk wird nicht an- oder abgewinkelt

Sie werden merken, wann Ihre Haltung richtig ist. Sie ermüden langsamer und werden die Tasten locker erreichen, ohne Kraft aufwenden zu müssen.

Tipp: Üben Sie über eine längere Zeit, sollten Sie zwischendurch kurze Pausen einlegen und aufstehen. Spätestens jede Stunde heißt es, sich zu bewegen. Strecken Sie sich, schwingen Sie mit den Armen und führen Sie einige Lockerungsübungen durch, die Sie sicherlich aus dem Büroalltag kennen – am besten an der frischen Luft. So halten Sie Ihren Rücken nicht nur gesund, sondern gehen mit frischem Sauerstoff im Blut erneut ans Werk und können sich viel besser auf Ihr Klavierspiel konzentrieren.


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